NIS-Indizes: Sensoren, keine Wahrheitswerte
Diskurs, Erwartung und Repräsentation getrennt lesen.
Ein methodisches Handout zum Zweck der NIS-Sensoren, zur Interpretation ihrer Zeitreihen und zu den Grenzen nicht kalibrierter Indizes.
Intent
NIS vergleicht unterschiedliche Reaktionen auf ein gemeinsames Ereignis. Interessant sind nicht nur einzelne Werte, sondern Persistenz, zeitliche Reihenfolge und Divergenzen zwischen Informationsräumen.
Was wird beobachtet?
X und Reddit liefern getrennte Diskursstichproben. Prognosemärkte zeigen kapitalgewichtete Erwartungen unter konkreten Auflösungsbedingungen. Contrarian-Signale markieren Anomalien; PRI beschreibt erwartete und beobachtete politische Repräsentation.
Was erhalten wir?
Zeitgestempelte Index-Snapshots mit Originalmessung, Quelle, Topic-/Event-Bezug, Coverage und Methodenversion. Ein Snapshot ist ein Zwischenprodukt auf dem Weg zu einer begründeten Hypothese.
Zeitreihen und Glättung
Änderung, Geschwindigkeit, Baseline und schnelle beziehungsweise langsame EWMA-Reihen können unterschiedliche Zeitmuster sichtbar machen. Glättung reduziert kurzfristige Schwankungen, kann aber Peaks verdecken; Rohwerte bleiben deshalb erhalten. Halbwertszeiten sind zu kalibrierende Parameter, keine Naturkonstanten.
Was daraus nicht folgt
Plattformdiskurs ist keine repräsentative Bevölkerung. Ein Marktpreis ist kein Ereignisbeweis, eine Anomalie kein Insiderwissensnachweis und ein Repräsentationsdefizit kein Popularitätswert. Unzureichende Daten bleiben als Lücke sichtbar.
Bezug zu ROS
Signale werden gegen Primärquellen und weitere Evidenz geprüft. Hypothesen und Assessments gehen in den gemeinsamen Research State ein; spätere Korrekturen bewahren den früheren Informationszustand.